Freitag, 3. Juli 2009

Bashundhara City Complex

(Bashundhara City Complex.)

Mit Naherholung sieht es eher schlecht aus im Moloch Dhaka. Es fehlt an offenem Gelände, Plätzen und ausreichend Parks, in denen man sich erholen könnte und einmal nicht von Autolärm und Smog umgeben ist. Davon in den Zoo von Dhaka zu gehen, wurde mir dringend abgeraten. Der habe mehr den Charakter einer Tierpsychiatrie und sei weniger etwas, um sich zu beruhigen. Aus der Stadt heraus zu kommen, ist ein Akt von mindestens einer Stunde, und wie entspannend auch immer ein Wochenendausflug außerhalb Dhakas war, ist man schon wieder gestresst, wenn man in die Stadt zurückkehrt. Stau, Hitze und Staub tuen ihren Teil dazu. Beliebt als Ausflugsort am Wochenende ist daher der Bashundhara City Complex, ein großes Einkaufs- und Bürozentrum in Downtown-Dhaka. Auch wenn die Geschäfte freitags (Freitag erfüllt in der muslimischen Gesellschaft die Funktion des christlichen Sonntags) geschlossen sind, genießen es die Einwohner Dhaka's mit ihren Familien im gut klimatisierten Gebäude Rolltreppe zu fahren und in den "leeren" Gängen zu flanieren.

(Blick von der obersten Etage in den Innenhof des Bashundhara-Complex.)

Freunde von mir und ich nehmen diese, etwas andere Art der Freitagsgestaltung, war. Am Eingang steht eine lange Schlange an der Sicherheitskontrolle an, um in die Shopping-Mall zu gelangen. Was auch immer die Eigentümer fürchten, scheint nicht von weißen Ausländern auszugehen. Wir kommen ohne Sicherheitscheck hinein und fahren mit der Rolltreppe nach ganz oben. Auf der obersten Etage gibt es ein Mini-Disneyland, Fast-Food-Restaurants und eine Außenterrasse, von der aus man einen Blick auf die Stadt hat. Meines Wissens ist das der höchste Punkt in Dhaka, der öffentlich zugänglich ist: eine gute Gelegenheit für einen Rundum-Blick auf das geliebte Monster.

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(180-Grad-Blick auf Dhaka.)

Ebenfalls an einem Freitag (einem dreizehnten) brannten die oberen Etagen des Büroteils des Bashundhara Complex, ab. Die hoffnungslos überforderte, weil schlecht ausgerüstete und trainierte, Feuerwehr konnte den Schaden nur begrenzen. Immerhin sieben Leute (Sicherheitsleute des Complex und Feuerwehrleute) kamen bei dem Brand ums Leben. Als ich den rußenden Turm im Fernsehen sah, weckte das unwillkürliche Assoziationen an einen Tag im September 2001. Die Spuren der Flammen sind noch deutlich zu sehen, der Teil des Complex,' der als Einkaufszentrum benutzt wird, blieb dagegen unbeschädigt.

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